Zum Inhalt springen
Start in BG

Steuern & Finanzen

Euro-Umstellung in Bulgarien: Was sich 2026 für Gründer und Firmeninhaber ändert

Veröffentlicht am

Diesen Artikel gibt es auch auf Englisch: Bulgaria's Euro Changeover: What Changes for Founders and Company Owners in 2026

Es ist offiziell: Seit dem 1. Januar 2026 bezahlt Bulgarien in Euro. Nach Jahren der Vorbereitung wurde der Lew (BGN) zum festen Kurs von 1 € = 1,95583 Lewa abgelöst. Für dich als Gründer oder Firmeninhaber ist das mehr als ein Symbol – es verändert ganz praktisch, wie du dein Unternehmen in Bulgarien gründest und führst. In diesem Artikel fassen wir zusammen, was sich geändert hat, welche Frist Bestandsfirmen beachten müssen und warum der Standort Bulgarien dadurch noch attraktiver geworden ist.

Die wichtigsten Fakten zur Euro-Einführung

  • Stichtag: 1. Januar 2026 – seitdem ist der Euro das offizielle Zahlungsmittel.
  • Fester Umrechnungskurs: 1 € = 1,95583 Lewa. Alle Beträge wurden zu diesem Kurs umgerechnet – derselbe Mechanismus wie damals bei der D-Mark.
  • Konten und Verträge: Bankguthaben und laufende Verträge wurden automatisch und gebührenfrei auf Euro umgestellt.

Was ändert sich bei der Firmengründung?

Das Stammkapital neuer Gesellschaften wird seit dem 1. Januar 2026 direkt in Euro angegeben. Das gesetzliche Mindestkapital einer OOD bzw. EOOD (der bulgarischen GmbH) beträgt jetzt 1 €, der kleinste zulässige Geschäftsanteil einen Eurocent. In der Praxis wählen die meisten Gründer weiterhin einen runden Betrag wie 100 €.

Auch die Gründungsdokumente – Gründungsakt und Gründungsbeschluss – weisen das Kapital in Euro aus. Unser kostenloser Dokumenten-Generator ist bereits vollständig auf Euro umgestellt und erstellt die Unterlagen so, wie das Handelsregister sie seit 2026 erwartet.

Wichtige Frist für Bestandsfirmen: 31. Dezember 2026

Wenn deine bulgarische Gesellschaft vor 2026 gegründet wurde, hat die Registeragentur das eingetragene Kapital automatisch und gebührenfrei in Euro umgerechnet. Ein Punkt bleibt aber bei dir: Innerhalb von zwölf Monaten – also bis zum 31. Dezember 2026 – muss eine aktualisierte Fassung des Gesellschaftsvertrags bzw. Gründungsakts mit den umgerechneten Euro-Beträgen beim Handelsregister eingereicht werden. Die Veröffentlichung ist von staatlichen Gebühren befreit.

Da sich bei der Umrechnung krumme Beträge ergeben können, erlaubt das Gesetz für OODs eine Anpassung des Kapitals um bis zu 5 %, um wieder auf runde Anteile zu kommen – ohne das übliche Verfahren für Kapitalerhöhungen oder -herabsetzungen. Wenn du dabei Unterstützung brauchst, melde dich gerne bei uns.

Steuern und Buchhaltung: alles in Euro

Buchhaltung, Steuererklärungen und Rechnungen laufen seit 2026 in Euro. Auch die Schwellenwerte wurden umgestellt: Die Pflicht zur Umsatzsteuer-Registrierung greift jetzt ab einem Umsatz von 51.130 € pro Kalenderjahr – und wird seit 2026 pro Kalenderjahr betrachtet statt wie früher über die letzten zwölf Monate. An den attraktiven Steuersätzen ändert sich nichts: 10 % Körperschaftsteuer, 10 % Einkommensteuer, 5 % Quellensteuer auf Dividenden. Einen Überblick gibt unser Artikel zu den bulgarischen Steuern.

Warum das für deutsche Gründer ein Gewinn ist

  • Kein Währungsrisiko mehr: Zwischen deinem deutschen und deinem bulgarischen Konto liegt keine Fremdwährung mehr – keine Umrechnung, keine Kursschwankungen, keine Wechselgebühren.
  • Einfacheres Banking: Euro-Überweisungen nach Bulgarien sind gewöhnliche SEPA-Zahlungen.
  • Volle Preistransparenz: Löhne, Mieten und Dienstleistungen lassen sich direkt mit deutschen Preisen vergleichen – und bleiben deutlich günstiger.
  • Ein Standort ohne Hürden: Zusammen mit dem vollständigen Schengen-Beitritt Anfang 2025 (keine Grenzkontrollen mehr, auch an den Landgrenzen) ist Bulgarien heute so nahtlos in die EU integriert wie nie zuvor.

Checkliste: Das solltest du jetzt tun

  • Bestandsfirma? Aktualisierten Gesellschaftsvertrag mit Euro-Kapital bis 31.12.2026 beim Handelsregister einreichen.
  • Prüfen, ob Verträge, Preislisten und Rechnungsvorlagen vollständig auf Euro umgestellt sind.
  • Die neue Umsatzsteuer-Schwelle (51.130 € pro Kalenderjahr) im Blick behalten.
  • Neugründung geplant? Stammkapital direkt in Euro festlegen – zum Beispiel mit unserem kostenlosen Dokumenten-Generator oder bequem mit unserem Komplettpaket für 400 €.

Fazit

Die Euro-Einführung räumt eine der letzten praktischen Hürden für deutschsprachige Gründer in Bulgarien aus dem Weg. Die Steuervorteile bleiben, die Währungsfrage verschwindet. Wenn du wissen willst, was das konkret für dein Vorhaben bedeutet: Schau in unser FAQ oder sprich uns direkt an – wir begleiten dich von der Idee bis zur eingetragenen Firma.

Passende Artikel